Was sind Restposten? Bedeutung, Ursachen und was damit passiert
Restposten sind Waren, die ein Unternehmen nicht mehr über seine üblichen Kanäle zum üblichen Preis verkauft und deshalb auf einmal abgibt. In der Mode sind das meist neue, ungetragene Artikel: alte Saisons, gebrochene Größenläufe, Überproduktion und stornierte Aufträge. Wer Restposten aufkauft und weiterverkauft, heißt Restpostenhändler oder Aufkäufer. Nach Schätzung der Europäischen Umweltagentur werden 4 bis 9 Prozent aller Textilprodukte auf dem europäischen Markt vernichtet, bevor sie jemand trägt.
Die Begriffe, eine Definition je Begriff
Die Wörter werden oft durcheinander verwendet. Auf dieser Seite gelten diese Bedeutungen.
| Begriff | Was er bedeutet |
|---|---|
| Überbestand | Mehr von einem Artikel, als Sie in der Saison zum vollen Preis verkaufen. Er verkauft sich vielleicht noch, nur zu langsam. |
| Restbestand | Was von einem Artikel übrig bleibt, wenn die Saison oder die Kollektion endet. |
| Ladenhüter | Ware, die sich nicht mehr verkauft. Im Englischen dead stock. |
| Restposten | Eine Menge Überbestand oder Restbestand, die in einem einzigen Verkauf abgegeben wird, meist an einen gewerblichen Käufer. |
| Sonderposten | Oft gleichbedeutend mit Restposten; im Handel auch Ware aus Sonderproduktionen, Aktionen oder Insolvenzen. |
| B-Ware | Neuware mit kleinen Mängeln, ohne Verpackung oder aus Retouren. |
| Retourenware | Was Verbraucher zurückschicken, sortiert und eingestuft, bevor es wieder verkauft wird. |
| Insolvenzware | Bestand eines Unternehmens in der Insolvenz, verkauft durch den Insolvenzverwalter. |
Überbestand
- Was er bedeutet
- Mehr von einem Artikel, als Sie in der Saison zum vollen Preis verkaufen. Er verkauft sich vielleicht noch, nur zu langsam.
Restbestand
- Was er bedeutet
- Was von einem Artikel übrig bleibt, wenn die Saison oder die Kollektion endet.
Ladenhüter
- Was er bedeutet
- Ware, die sich nicht mehr verkauft. Im Englischen dead stock.
Restposten
- Was er bedeutet
- Eine Menge Überbestand oder Restbestand, die in einem einzigen Verkauf abgegeben wird, meist an einen gewerblichen Käufer.
Sonderposten
- Was er bedeutet
- Oft gleichbedeutend mit Restposten; im Handel auch Ware aus Sonderproduktionen, Aktionen oder Insolvenzen.
B-Ware
- Was er bedeutet
- Neuware mit kleinen Mängeln, ohne Verpackung oder aus Retouren.
Retourenware
- Was er bedeutet
- Was Verbraucher zurückschicken, sortiert und eingestuft, bevor es wieder verkauft wird.
Insolvenzware
- Was er bedeutet
- Bestand eines Unternehmens in der Insolvenz, verkauft durch den Insolvenzverwalter.
Wie Restposten entstehen
Niemand plant Restposten. Sie entstehen in der Lücke zwischen dem, was eingekauft, und dem, was verkauft wurde.
- Die Prognose war zu hoch. Bestellt wird sechs bis neun Monate vor der Saison, auf eine Schätzung der Nachfrage.
- Der Größenlauf passte nicht. Die mittleren Größen sind weg, die Randgrößen bleiben. Der Artikel ist nicht tot, der Größenlauf ist gebrochen.
- Die Mode hat sich gedreht. Die Europäische Umweltagentur nennt schnell wechselnde Trends und die Zahl neuer Designs pro Jahr als wichtigen Grund für unverkaufte Textilien.
- Ein Wholesale-Auftrag wurde storniert. Ein Händler storniert oder verweigert die Lieferung, und volle Kartons kommen zurück ins Lager.
- Mindestabnahmen. Die Fabrik produziert 600 Stück, wo Sie 400 gebraucht hätten.
- Retouren. Laut Europäischer Umweltagentur gehen 70 Prozent der Retouren auf Passform oder Stil zurück. Ein Teil davon lässt sich nicht mehr als neu verkaufen.
- Eine Linie oder ein Unternehmen hört auf. Auslaufmodelle und der Bestand eines Unternehmens, das schließt, gehen en bloc weg.
Zustand: A-, B- und C-Ware
Einen festen Branchenstandard gibt es nicht. Die meisten gewerblichen Käufer arbeiten mit drei Klassen, und eine gute Postenbeschreibung sagt je Position, welche gilt.
| Klasse | Was sie bedeutet | Woher sie meist kommt |
|---|---|---|
| A-Ware | Neu, mit Etikett oder in Originalverpackung, ohne Mängel | Saisonende, Überproduktion, stornierte Aufträge |
| B-Ware | Neu, aber ohne Verpackung, mit kleinen Mängeln oder neu verpackt | Retouren, Filialbestand, beschädigte Kartons |
| C-Ware | Sichtbar beschädigt, verschmutzt oder unvollständig | Retouren, Lagerschäden |
A-Ware
- Was sie bedeutet
- Neu, mit Etikett oder in Originalverpackung, ohne Mängel
- Woher sie meist kommt
- Saisonende, Überproduktion, stornierte Aufträge
B-Ware
- Was sie bedeutet
- Neu, aber ohne Verpackung, mit kleinen Mängeln oder neu verpackt
- Woher sie meist kommt
- Retouren, Filialbestand, beschädigte Kartons
C-Ware
- Was sie bedeutet
- Sichtbar beschädigt, verschmutzt oder unvollständig
- Woher sie meist kommt
- Retouren, Lagerschäden
Was mit Restposten passiert
Ein Unternehmen hat sechs Wege: behalten, im eigenen Kanal reduzieren, bündeln, als Posten an gewerbliche Käufer verkaufen, spenden oder recyceln lassen. Gewerbliche Käufer sind Off-Price- und Outlet-Händler, Discountketten, Restpostenhändler in der EU, Händler auf Online-Marktplätzen, Exportkäufer außerhalb der EU und Textilrecycler, die nach Kilo kaufen. Welcher Weg passt, hängt vom Artikel ab: wie schnell er sich noch verkauft, in welchem Zustand er ist und wo Sie ihn wiedersehen wollen. Für große Unternehmen in der EU braucht Recycling jetzt eine dokumentierte Ausnahme, siehe unten. Der Ratgeber zum Verkauf von Restposten stellt die Wege nebeneinander.
Was die EU sagt
Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) verbietet großen Unternehmen ab dem 19. Juli 2026, unverkaufte Bekleidung, Bekleidungszubehör und Schuhe zu vernichten. Mittlere Unternehmen folgen am 19. Juli 2030; Kleinst- und Kleinunternehmen sind ausgenommen. Recycling gilt in dieser Verordnung als Vernichtung, es sei denn, eine dokumentierte Ausnahme greift, etwa für beschädigte Ware. Große Unternehmen müssen außerdem jährlich offenlegen, wie viele unverkaufte Produkte sie entsorgen und warum. Für die betroffenen Unternehmen ist Vernichten also keine Option mehr; Verkauf, Spende, Vorbereitung zur Wiederverwendung und Wiederaufarbeitung bleiben.
So erkennen Sie Restposten im eigenen Bestand
Drei Kennzahlen je Artikel zeigen, ob Bestand zum Restposten wird:
- Reichweite in Wochen. Stück im Bestand geteilt durch verkaufte Stück pro Woche. Mehr Wochen, als die Saison noch hat, heißt Überbestand.
- Abverkaufsquote. Verkaufte Stück geteilt durch eingegangene Stück. Ein Wert weit unter Ihrem Ziel zur Saisonmitte ist das Frühwarnsignal.
- Alter. Wochen seit dem Wareneingang. Je älter, desto weniger ist der Artikel wert und desto mehr kostet er im Lager.
Keine dieser Kennzahlen hat eine allgemeine Grenze. Legen Sie Ihre eigene je Kategorie fest, und prüfen Sie sie wöchentlich, nicht erst am Saisonende.
Häufige Fragen
Im Alltag meist keiner. Restposten betont, dass es um übrig gebliebene Ware geht; Sonderposten wird auch für Aktionsware oder Insolvenzware verwendet. Beide werden en bloc an gewerbliche Käufer verkauft.
Überbestand ist mehr Ware, als Sie rechtzeitig zum vollen Preis verkaufen; sie verkauft sich vielleicht noch. Ein Ladenhüter verkauft sich gar nicht mehr. Aus Überbestand wird ein Ladenhüter, wenn niemand handelt.
Dafür gibt es keinen festen Prozentsatz. Marke, Kategorie, Saison, Zustand, Größenlauf und Menge bestimmen den Preis, und vor allem, wie viele Käufer gleichzeitig Interesse haben. Ein Aufkäufer nennt eine Zahl; mehrere Bids zeigen den Markt.
Große Unternehmen dürfen ab dem 19. Juli 2026 keine unverkaufte Bekleidung, kein Bekleidungszubehör und keine Schuhe mehr vernichten; mittlere Unternehmen folgen am 19. Juli 2030. Recycling gilt als Vernichtung, es sei denn, eine dokumentierte Ausnahme greift. Verkaufen, Spenden und Vorbereiten zur Wiederverwendung bleiben möglich.
Off-Price- und Outlet-Händler, Discountketten, Restpostenhändler, Händler auf Online-Marktplätzen, Exportkäufer außerhalb der EU und Textilrecycler. An wen Sie verkaufen, entscheidet, wo Ihre Produkte als Nächstes auftauchen.
- 01The destruction of returned and unsold textiles in Europe's circular economy · European Environment Agency
- 02Verordnung (EU) 2024/1781: Ökodesign und unverkaufte Produkte · European Union